Beispiele aus dem Erziehungscamp

Jamie -Sheltie-Mix

 

Jamie
Jamie

Jamie kam mit massiven Verhaltenstörungen aus einen Tötungsstation in Polen über ein deutsches Tierheim zu mir. Er galt als unvermittelbar, denn Jamie schien sich bei jeder Erregung wie wild in einer Richtung im Kreis zu drehen und biss sich dabei immer wieder in die linke Hinterpfote. Fast hätte er sich dabei Zehen und Ballen selbst amputiert. Ein gut sitzenden Pfotenverband und ein entsprechender Neopren-Schuh konnte erstmal das Schlimmste verhindern. Da solche generalisierten, stereotypischen Verhaltensmuster nur schwer therapierbar sind, befürchtet ich schon, dass ich dem armen, kleinen Kerl nur schwer helfen würde können.

 

Doch durch intensive Beobachtungen konnte ich nach kurzer Zeit ein Muster erkennen. Nicht bloße Errgegungen, sondern nur solche, die mit bestimmten körperlichen Bewegungen einher gingen, verursachten die entsprechenden Anfälle. Also lag es auf der Hand, dass die psychische Störung offensichtlich auch eine körperliche Ursache hatte. Gemeinsam mit einer Tierärztin und einer Ostepathin entwickelten wir einen Therapieplan, der intensive Verhaltens-therapie, moderneTiermedizin, alternative Osteopathie, Akkupunktur und traditionelle chinesische Medizin miteinander verknüpfte.

 

Nach einigen Wochen erfolgreicher Therapie entwickelte sich Jamie zu einem normalen, liebvollen Familienhund, der heute in einer Familie mit zwei Kinden lebt, in die er erfolgreich vermittelt werden konnte. 

 

Vito – Deutscher Schäferhund-Mix

 

freude-am-hund.com Vito

Als Vito zu mir ins Erziehungscamp kam, hatte er in seinem bisherigen Leben leider fast nur schlechte Erfahrungen gemacht. Durch schier unmögliche Haltungsbedingungen aggressiv geworden, konnte er, nachdem er bereits durch eine Attacke auf Passanten beim Ordnungsamt auffällig geworden war, durch beherzte Tierschützer frei gekauft werden. Doch hier war sein Leidensweg noch nicht zu Ende, denn er brach sich kurz nach dem Freikauf eine Vorderpfote. Schläge, Zwinger, Schmerz und Tierklinik prägten also sein erstes Lebensjahr.

 

 

Mit Liebe, dem Aufbau gegenseitigen Vertrauens, viel Geduld und konsequenter Therapie, entwickelte sich Vito im Erziehungscamp innerhalb weniger Wochen zu einem friedfertigen, gehorsamen Hund, der seinen neuen Besitzern viel Freude bereitet.

 

 

 

Pascha – kanadischer weißer Schäferhund

 

freude-am-hund.com Pascha

Auch Pascha hatte, als er zu mir ins Erziehungscamp kam, bereits eine wahre Odyssee hinter sich. Im Frankfurter „Milieu“ mit wenig Auslauf und ohne Erziehung aufgewachsen, kam er über eine dubiose Internetplattform zu einer Familie in den Taunus, die sich, um es mal so auszudrücken, doch sehr am Rand der Gesellschaft bewegte. Dort zeigte er aggressive Verhaltensweisen, knurrte die Kinder an und wurde kurzer Hand von die Tür gesetzt. Über den Tierschutz kam er mit der Bemerkung „total durchgeknallt bzw. rundum verhaltensgestört“ und in einem miserablen Pflegezustand zu mir.  

 

Es gelang mir mit der richtigen Kommunikation in der Hundesprache, sein Vertrauen zu erreichen. Jetzt konnte ich ihn überall anfassen und erstmals bestimmte Verhaltensmuster genauer anschauen.  

Schnell war klar: Der Hund war krank, hatte Schmerzen und eine Futtermittel-Allergie. Der Tierarzt bestätigte meine Verdachtsdiagnosen und behandelte Pascha entsprechend. Parallel dazu entwarf ich einen Diätplan und stellte das Futter entsprechend um.  

 

Zwei Wochen später war der Hund wie ausgewechselt und fing deutlich sichtbar an, das Leben zu genießen. Die restliche Erziehung war dann wirklich leicht, denn Pascha hatte einfach Spaß am Lernen.  

 

Mittlerweile lebt Pascha problemlos bei einer älteren Witwe, hört auf´s Wort und genießt es, mit deren Enkelkindern ausgelassen zu schmusen und zu spielen.

 

 

Conny – reinrassige Deutsche Schäferhündin

 

 freude-am-hund.com Conny

Conny hatte in ihrem Leben doppeltes Pech. Man wollte sie zum Schutzhund ausbilden und hat dabei wohl alles falsch gemacht, was man nur falsch machen konnte. Sie war anscheinend nicht aggressiv genug und so hat man sie geprügelt, damit sie beim "Angriffsziel" auch zubeißt. Schade, dass man solchen Ausbildern nicht so einfach das Handwerk legen kann.  

Nach der abgebrochenen Schutzhund-Ausbildung erfuhr sie dann auch noch den gesellschaftlichen Abstieg ihres Herrchens. Mit dem Resultat, dass dieser lieber Schnaps und Bier statt Hundefutter kaufte. Conny wog nur noch 18 kg, als sie von Tierschützern befreit wurde. Nachdem sie im Tierheim aufgepäppelt wurde und ihr Normalgewicht von ca. 30 kg hatte, wurde sie an eine Familie vermittelt.

 

Doch Connys Vergangenheit hinterließ deutliche Spuren in ihrem Wesen und schon bald war diese Familie mit den daraus resultierenden Verhaltensweisen deutlich überfordert. Conny landete wieder im Tierheim und schließlich bei mir im Erziehungscamp.

 

Conny zeigte eine deutliche Stresssymptomatik, die mit einer massiven Unsicherheit einher ging. Durch gezielten Stressabbau in zuerst reiz-armer Umgebung, gelang es mir, dem entgegen zu wirken.  

Danach zielte die Therapie darauf ab, ihr in Alltagssituationen Sicherheit zu vermitteln.

 

Conny lebt heute bei einem hundeerfahrenen Ehepaar, besucht weiterhin eine Hundeschule und ist aus dem Leben der neuen Besitzer nicht mehr wegzudenken.

 

 

Reinhard Holzhausen

Hundetraining   

Verhaltensberatung und Verhaltenstherapie 

Hundeberatung

 

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